Fracking

Hydraulic Fracturing (Quelle: water4life-blog.info)

Das Frackingverfahren (hydraulic fracturing) beschreibt das Durchbrechen von Gesteinsschichten durch eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien den sogenannten Fluiden (auch Frac-Flüssigkeiten). Dieser Prozess des Frackings findet unter einem hohen Druck statt. Die entstandenen Risse in der Gesteinsschicht ermöglichen die Freisetzung von Erdgas durch eine im Normalfall gasundurchlässige Bodenschicht. Dieses Gas kann nun gefördert werden.

Die Fluide: Die Fluide bilden das Medium, welches den Druck des Aufsprengens überträgt. Der in der Mischung beigefügte Sand garantiert das Bestehenbleiben der Risse. Neben Sand und Wasser werden auch Additive (lat. additivum „hinzugegeben, beiliegend“) hinzugefügt, die der Flüssigkeit weitere Eigenschaften verleihen. Diese Additive stehen in der Kritik der Öffentlichkeit.  

Beispiele für Additive:

  • Gele (Erhöhung der Viskosität, besserer Sandtransport)
  • Schäume
  • Säuren (Auflösung/Aufweichung von Mineralien)
  • Korrisionsschutzmittel (Schutz der Anlagen)
  • Oxidationsmittel, Enzyme (Verringerung der Viskosität zur Rückholung des Fluids)
  • Biozide (Bakterienwachstum an organischen Bestandteilen der Anlage vermeiden)
  • Reibungsminderer (Latexpolymere)

Die Additive stehen im Verdacht karzinogen (krebserregend) zu sein. Seit 2010 wird auch Diesel als Additiv verwendet und in die Gesteinsschichten gepresst. Neben Diesel wird auch Kaliumchlorid als Zusatz benutzt, welches in hohen Dosen zum Einschläfern von Tieren angewandt wird.

Die Gefahren: Durch den Frac-Prozess enstehen potenzielle Gefahren für Oberflächen- und Grundgewässer. So wird das Wasser, welches für das Fracking verwendet wird, zunächst mit 0,5 - 2% Chemikalien sowie zu 20% Sand vermischt. Zu den eingesetzten Chemikalien gehören unter anderem Biozide und weitere Substanzen mit toxischer, krebserregender und mutagener Wirkung. Welche Stoffe eingesetzt werden ist in Deutschland nicht einsehbar, in der USA allerdings sind es 600 verschiedene Chemikalien die beigemischt werden (laut EPA). Mögliche Umweltbeeinträchtigungen enstehen für das Grund- und Oberflächenwasser, durch die Lagerung von Wasser gefährdenden Chemikalien und durch die Bohrungen, die entlang Grundwasser-schichten verlaufen. Weitere Gefahren sind die unkontrollierten Erzeugungen von Klüften in den Gesteinsschichten, durch die es dann zum Kontakt mit grundwasserführenden Schichten kommen kann. Unter anderem bestehen Risiken für die Gewässer in der Umgebung bei der Entsorgung der Frac-Fluide und des während der Erdgasförderung zusätzlich geförderten Lagerstättenwassers. Dieses ist hoch mineralisiert und teilweise radioaktiv.   

Zudem wird beim Fracking eine große Menge Wasser verbraucht. Es sind bis zu maximal 174.00m² für eine Bohrung mit sechs horizontal abgelenkten Bohrsträngen erforderlich. Diese abgelenkten Bohrstränge werden benötigt um eine gasführende Lagerstätte in jeder Richtung erschließen zu können. Die verbrauchte Menge Wasser entspricht dem täglichen Wasserverbrauch aller Einwohner Münchens. Daher ist in jedem Einzelfall von der zuständigen Wasserbehörde zu prüfen, inwieweit die Entnahme einer solchen Wassermenge Auswirkungen auf den mengenmäßigen Zustand von Grundwasserkörpern oder Oberflächengewässer hat.

Fracking im Osnabrücker Land: Im Raum Osnabrück gab es bereits Probebohrungen von Exxon; Ziel waren die Erdgasvorkommen in Bad Laer, Bissendorf, Artland, Bohmte und Bersenbrück. Aufgrund der lokalen Begebenheiten, wie z. B. den in sich instabilen Gesteinsschichten, den Sohlequellen und dem öffentlichen Druck auf das Unternehmen, entschied sich Exxon dazu, die Bohrungen zumindest in Bad Laer und Bissendorf zu beenden. Weitere Informationen zum Thema Fracking  finden Sie hier.

Fracking in Niedersachsen verhindern - jetzt aktiv werden!

Wo darf gefrackt werden? Diese Woche beginnen die Beratungen über das Fracking-Gesetz im Bundestag. Die bisherigen Gesetzentwürfe würden die riskante Technologie in Niedersachsen möglich machen. Welche Gebiete für sogenannte "Probebohrungen" zum Schiefergas-Fracking infrage kommen, zeigt eine Karte, die die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften gerade veröffentlicht hat (Seite 21 in diesem Positionspapier der Akademie).

Auf Bundesebene fordert der BUND gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe ein weitreichendes Fracking-Verbot. Denn die Fracking-Technologie birgt hohe ökologische Risiken, ist klimapolitisch kontraproduktiv und verzögert die Energiewende. Mehr...

Fordern Sie deshalb die Bundestagsabgeordneten aus Ihrem Wahlkreis dazu auf, sich für ein Fracking-Verbot einzusetzen!



Suche