Lurche können in drei Ordnungen unterteilt werden, die Schwanzlurche, Froschlurche und Schleichlurche. Zu unseren bekanntesten heimischen Lurchen zählt die Erdkröte (Bufo bufo).
Viele Lurche sind auf einen zyklischen Lebenswandel angewiesen, der zwei Lebensräume umfasst. Dies wird hier am Beispiel der Kröte nahe gelegt. Im Frühjahr sobald die Tiere aus ihrer Winterruhe in den Überwinterungsplätzen erwachen, begeben sie sich ab ca.6°C zu ihren Laichgewässern. Diese Wanderungen finden in der Regel in der Dämmerung, zwischen 19.00 Uhr – 2.00 Uhr statt.
Die adulten Erdkröten legen ihren Laich in ruhende Gewässer ab.
Der Laich bei Erdkröten besteht aus zwei Schnüren die außerhalb befruchtet werden, dabei klammert sich das Männchen auf dem Rücken des Weibchens fest. Das Weibchen legt ihre Eier um kleine Wasserpflanzen während das Männchen von außen die Eier mit seinem Sperma befruchtet.
Aus diesen befruchteten Eiern schlüpfen nach mehreren Tagen Kaulquappen bzw. Larven.
In diesem Stadium leben die Tiere mehrere Monate in ihrem Gewässer. Nach ca. 2-3 Monaten erfolgt die Metamorphose, die Umwandlung von einem Kiemennutzenden Wasserlebewesen zu einem am Land lebenden Lungenatmer. Die Tiere verlassen ihr Geburtsgewässer und wandern zu ihren neuen Lebensräumen z.B. krautreichen Wäldern, Wiesen und auch großen Gärten.
Neben natürlichen Feinden z.B. Fischen die den Laich und die Kaulquappen fressen oder Vögel und Mardern gehört besonders der Mensch, häufig unbewusst, zu den größten Gegnern.
Durch die besonders hohe Verkehrsdichte werden auf den Wanderungen der Kröten bis zu 90% einer Population überfahren.
Die Aufgabe des BUND bei der Wanderung
Um dies zu verhindern und wandernde Amphibienarten zu schützen werden seit 1996, von der Ortsgruppe Wallenhorst in den Ortsteilen Rulle und Hollage Krötenzäune aufgestellt.
Diese Krötenzäune dienen im Frühjahr verschiedenen Amphibienarten dazu ihre Laichgewässer sicher erreichen zu können. An beiden Orten sind die Tiere darauf angewiesen Straßen zu überqueren um zu ihren Laichplätze gelangen zu können.
Dazu werden von freiwilligen Helfern und Mitarbeitern des Naturschutzzentrums Osnabrück im Frühjahr entlang der Straßen Krötenzäune aufgestellt. In regelmäßigen Abständen werden Eimer in das Erdreich eingelassen, in welche die wandernden Tiere fallen und somit von helfenden Kräften über die Straße bzw. direkt zu ihren Laichgewässern getragen werden können.